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Heißes Wasser statt Glyphosat

Der Maschinenring setzt im Kulmbacher Land auf eine schonende Bekämpfung von Unkraut und Schädlingen

Neuenmarkt / Himmelkron – 100 Prozent Wasser, null Prozent Chemie: Das ist die Erfolgsformel gegen Unkraut und Schädlinge. Im Kulmbacher Land ist der Maschinenring in diesen Tagen wieder unterwegs, um die Wege des Friedhofs in Neuenmarkt von Unkraut und die Eichen entlang der Bundesstraße 303 bei Himmelkron vom Eichenprozessionsspinner zu befreien.

„Eigentlich ist die Sache ganz einfach“, so Geschäftsführer Bernd Müller vom Maschinenring Oberfranken Mitte, der gewerblichen Tochterfirma der Maschinenringe Bayreuth, Kulmbach und der Fränkischen Schweiz. Eiweiß gerinne bei 70 Grad Celsius, also werde sowohl das Unkraut, als auch der Eichenprozessionsspinner mit 100 bis 110 Grad heißem Wasser besprüht. Das sei nicht nur umweltfreundlich, sondern auch kostengünstig so Müller. Immer mehr Kommunen würden deshalb auf diese Dienstleistung des Maschinenrings zurückgreifen.

Vier Durchgänge nötig

In Neuenmarkt kam der Auftrag von der Gemeinde. „Für uns ist es eine Testphase, um zu prüfen, inwiefern wir den Bauhof entlasten können“, so Bürgermeister Alexander Wunderlich. Der Friedhof soll schließlich ein Aushängeschild der Gemeinde sein, deshalb werde die Unkrautbekämpfung dort ganz gezielt vorangetrieben.

MR-Geschäftsführer Müller geht von vier Durchgängen aus, bis die Wege tatsächlich unkrautfrei sind. Im Tank von Uwe Glass aus Creußen befinden sich 800 Liter Wasser. Zwölf Liter benötigt er pro Minute.

Spektakulärer gestaltet sich der Heißwassereinsatz in Himmelkron entlang der B 303. Die Bundesstraße musste für den Einsatz mit einer Ampelregelung gesperrt werden, damit Harald Galster aus Gefrees und Gerhard Schultheiß aus Kleinweglareuth von einer Hebebühne aus die Nester des Eichenprozessionsspinners gezielt besprühen können.

Entlang der Bundesstraße 303 im Gemeindegebiet von Himmelkron ist der Maschinenring im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner im Einsatz.
Entlang der Bundesstraße 303 im Gemeindegebiet von Himmelkron ist der Maschinenring im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner im Einsatz.

Zeitersparnis ist enorm

Auch hier ist die Arbeit durchaus von Nachhaltigkeit geprägt. Während im zurückliegenden Jahr auf dem Gelände der Bundespolizei in Bayreuth drei volle Tage notwendig waren, um dem Prozessionsspinner den Garaus zu machen, ist man heuer schon nach einem halben Tag fertig gewesen, so sehr konnte die Verbreitung durch die Heißwassermethode eingeschränkt werden.

An manchen der über 30 befallenen Eichen seien die Auswirkungen des Schädlings schon deutlich zu sehen, so Harald Huber vom Maschinenring. Er spricht von rund 40 Nestern an manchen Bäumen, an besonders stark befallenen Bäumen habe er auch schon 80 Nester gezählt. Das gefährliche an dem Schädling, der bei weitem nicht nur Eichen befällt, sind die Brennhaare, die im Extremfall lebensbedrohlich allergische Reaktionen auslösen können. „Die Haare der Raupen führen zu Allergien, Asthma und mitunter zu einem allergischen Schock“, so Müller. Zu den häufigsten Symptomen gehörten lokale Hautausschläge, begleitend dazu könnten Allgemeinsymptome wie Schwindel, Fieber, Müdigkeit und Bindehautentzündungen auftreten.

Die Umwelt profitiert

Die Maschinenring Oberfranken Mitte hatte im vergangenen Jahr mit dem Einsatz der Heißwassertechnik begonnen. Müller kann bereits jetzt ein positives Zwischenfazit ziehen. Die Unkraut- und Schädlingsbekämpfung habe sich bewährt. Gegen heißes Wasser sei kein Unkraut resistent, Wurzel und Pflanze würden absterben, für das Umfeld entstehe keinerlei Schaden. Konkret würden die Raupen und speziell deren Nesselhaare „gekocht“ und damit das auf Weißweißbasis aufgebaute Nesselgift vollständig zerstört.

Uwe Glass aus Creußen bearbeitet die Wege des Neuenmarkter Friedhofs mit Heißwassertechnik. Über die Schulter blicken ihm dabei Bürgermeister Alexander Wunderlich, Harald Fischer vom Bauhof und Geschäftsführer Bernd Müller vom Maschinenring Oberfranken Mitte.Uwe Glass aus Creußen bearbeitet die Wege des Neuenmarkter Friedhofs mit Heißwassertechnik. Über die Schulter blicken ihm dabei Bürgermeister Alexander Wunderlich, Harald Fischer vom Bauhof und Geschäftsführer Bernd Müller vom Maschinenring Oberfranken Mitte.

Prominenteste Einsatzorte seien die markgräfischen Parks der Erimitage und des Hofgartens gewesen, wo sich ebenfalls der Eichenprozessionsspinner breit gemacht hatte. Selbst in den Parks habe sich der Schädling so rasant vermehrt, so dass bereits Bereiche abgesperrt werden mussten. Vorrangig müsse die Bekämpfung überall dort in Erwägung gezogen werden, wo Menschen durch Gifthaare gefährdet sind. Zur Abwehr der Gesundheitsgefahr auf öffentlichem Gelände seien die Gemeinden, bei Privatgrundstücken die Eigentümer zuständig.

Bericht und Bilder:
Bayerische Rundschau, Stephan Herbert Fuchs

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